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Seminar 104 026

Kennzahlen im Ausbildungsmanagement

Was Ausbilder über Ausbildungskennzahlen und Kennzahlensysteme wissen sollten

Kennzahlen erleichtern die Analyse betrieblicher Abläufe und sind zugleich eine wichtige Grundlage für operative wie strategische Steuerungsprozesse, indem sie unternehmens-spezifisce Tatbestände in komprimierter Form abbilden und Komplexität reduzieren. Damit dieses gelingt, müssen Kennzahlen die Realität korrekt wiedergeben oder ihr zumindest möglichst nahekommen. Anderen Falles sind Fehlinterpretationen vorprogrammiert, mit der häufien Folge falsch abgeleiteter Unternehmensentscheidungen.

Betriebliche Berufsausbildung bietet eine Fülle von Ansatzfeldern, die zur systematischen Erfassung von Kennzahlen hervorragend geeignet sind. Mitunter lassen sich diese relativ einfach generieren, z.B. in Kooperation mit Personalleitung, Personalcontrolling oder Finanzbuchhaltung. Allerdings reichen triviale Kennzahlen für sich betrachtet in den meisten Fällen nicht aus, um komplexeren Führungsentscheidungen im Ausbildungsmanagement als hinreichend stabile Grundlage dienen zu können. Erst eine methodisch abgesicherte Verknüpfung von Kennzahlen zu validen Kennzahlensystemen in Kombination mit erweiterten Analyseverfahren wird Sie in die Lage versetzen, Kausalitäten und Zusammenhänge sachgerecht beurteilen und Ihre geplanten Maßnahmen darauf ausrichten zu können. Bis hin zum letzten Feintuning.

Als Ausbildungsleiter oder Ausbildungsbeauftragter stehen Sie immer wieder vor der Herausforderung, Zahlen, Daten und Fakten Ihres Verantwortungsbereiches kommunizieren und begründen zu müssen. Je überzeugender Ihnen dieses gelingt, desto besser werden Sie Ihre Führungs- und Gestaltungsziele erreichen. Mit unserem Seminar möchten wir Ihr Partner sein, wenn es darum geht, diesen Anspruch in die Tat umzusetzen. Wir zeigen auf, welche methodischen Grundlagen der Kennzahlenerhebung zu beachten sind, welche konkreten Ansatzfelder sich hierfür anbieten, welche Kennzahlen für die Ausbildungsarbeit besonders relevant sind, wie Sie darauf aufbauend aussagefähige Kennzahlensysteme generieren können und welche Fallstricke der Dateninterpretation Sie vermeiden müssen.

Damit erhalten Sie ein wertvolles methodisches Handlungs-Repertoire, welches Sie rasch auf die eigene Ausbildungsarbeit übertragen können und das Ihnen als Argumentationsverstärker gute Dienste leisten wird. Die zahlreichen Praxisbeispiele werden Sie davon überzeugen, wie Sie mit vergleichsweise geringem Aufwand die Aussagefähigkeit Ihres Datenmaterials erheblich ausdehnen und zu erweiterten Erkenntnissen ausbauen können, was der künftigen Steuerung Ihres Verantwortungsbereiches wichtige zusätzliche Impulse verleihen wird.

 

Seminarinhalte:

Effektivitäts- und Effizienzmessung im Ausbildungsmanagement: Grundlagen

  • Kennzahlen: Defiition, Intention, formelle Systematisierung
  • Die zeitliche Ebene: taktische, operative und strategische Kennzahlen
  • Ausbildungskennzahlen im Kontext der Unternehmensstrategie
  • Wer sind die Adressaten von Kennzahlen aus dem Ausbildungsbereich?
  • Steuerungsfunktion von Kennzahlen und deren Rolle als Frühwarnsystem
  • Die wichtigsten Ansatzfelder für Kennzahlen in der Ausbildungssteuerung
    • Kennzahlen über die individuelle Leistung der Auszubildenden
    • Kennnzahlen zu Qualitätsaspekten der Ausbildungsarbeit
    • Kennzahlen zu konkreten Einzelmaßnahmen und Teilprozessen der Ausbildungsarbeit
    • Kosten- und nutzenorientierte Kennzahlen im Ausbildungsmanagement
    • Kennzahlendynamik im Zeitverlauf korrekt abbilden - aber wie?
  • Was Kennzahlen von Kennzahlensystemen unterscheidet
  • Häufie Tücken und Fallstricke in der Erhebung und Interpretation von Kennzahlen

Aufbau eines fexiblen Personal-Informationssystems im Ausbildungsmanagement

  • Grundlagen und Qualitätsstandards der Datenerhebung und Kennzahlenerfassung
  • Check-Up: welche ausbildungsrelevanten Kennzahlen kann unser IT-System direkt abbilden?
  • Indirekte Kennzahlenherleitung auf Data-Warehouse-Basis
  • Bilaterale und multilaterale Kennzahlenverknüpfung und -integration
  • Von der Kennzahl zum Kennzahlensystem - so generieren Sie valide Informationsvernetzung
  • Datenschutz- und mitbestimmungsrechtliche Aspekte, die Sie beachten müssen
  • Analyse- und Auswertungsmethoden in der betrieblichen Praxis
  • Warum Ihnen gesicherte Kennzahlenpools das Ausbildungs-Reporting wesentlich erleichtern

Kennzahlenerhebung in der Ausbildungspraxis - und wie Sie diese Informationen erhalten!

  • Allgemeine  Kennzahlen, ohne die garnichts geht ...
    • Personalbestandsplanung, Personalstatistik, Fluktuationsraten
    • Übernahmequoten - differenziert nach Ausbildungsprodukten und -abteilungen
    • Informationen über die Azubi-Struktur (geschlechtlich, migrationsbezogen, altersbedingt)
    • Kennzahlen, die strategische Besetzungslücken erkennen lassen
    • Indikatoren, die uns helfen können, die richtigen Stellschrauben zu erkennen und zu aktivieren
  • Kennzahlen über die individuelle Leistung und Entwicklung Ihrer Auszubildenden, z.B.
    • Arbeitsleistung, Deckungsbeitragserbringung durch konkrete Ausbildungsdienstleistungen
    • Berufsschulnoten, erkennbare Entwicklungspotenziale
    • Beurteilungen durch haupt- wie nebenamtliche Ausbilder, auch in Fachabteilungen
    • Beobachtung und Messung der Leistungsentwicklung im Zeitverlauf
    • Rückmeldungen von Kunden bezüglich ihrer Zufriedenheit
  • Kennzahlen zu Qualitätsaspekten der Ausbildungsarbeit, z.B.
    • Noten von Zwischen- oder Abschlussprüfungen im Branchen- und Regionalvergleich
    • Fehlzeiten - individuell wie abteilungsbedingt
    • Kontrollen des Lernerfolges zu unbestimmten Zeiten
    • 360-Grad-Feedback: Beurteilung der Ausbilder durch die Auszubildenden
    • Anzahl und Qualität eingegangener Verbesserungsvorschläge seitens Ihrer Azubis
  • Kennzahlen zu konkreten Einzelmaßnahmen und Teilprozessen der Ausbildungsarbeit, z.B.
    • neue Rekrutierungsverfahren (Anzahl daraufhin eingegangener zusätzlicher Bewerbungen) 
    • Implementierung innovativer Vorauswahlverfahren (reduzierter Zeitaufwand pro Bewerber)
    • den Ausbildungsablauf betreffend (Kritik und Verbesserungsvorschläge Ihrer Auszubildenden)
    • Verbundausbildung (Ausbildungsnoten, Fluktuationsrate und Übernahmequote messend)
    • Individuelle Personalentwicklung (persönliches Bildungsinteresse und dessen Erfolg)
  • Kosten- und nutzenorientierte Kennzahlen im Ausbildungsmanagement
    • Kosten pro Ausbildungsprodukt und Ausbildungsplatz
    • Opportunitätskostenaspekte: was kosten uns Alternativen zur Ausbildungsarbeit?
    • Welche Ausbildungseinheiten arbeiten rentabel, welche nicht?
    • Ab wann stiftet ein Azubi messbaren Nutzen und wie messe ich Wertschöpfung?
    • Budgeting und Mittelverwendung: inwieweit wurde bedarfsgerecht ausgebildet?

Übertragung von Kennzahlen in ein professionelles Ausbildungs-Reporting

  • Komplexe Tatbestände in klar verständliche Kernbotschaften transformieren - so geht's!
  • Tipps und Tricks für eine optimale Visualisierung kennzahlenbasierter Information
  • Wie Sie mit betriebsinternen Widerständen erfolgreich umgehen können
  • Checklisten, die den Ausbau und die Weiterentwicklung Ihres Informationssystems erleichtern
  • Unsere konkreten Handlungsempfehlungen

 

Referent/in

Oliver Lilie
Oliver Lilie


Dipl.-Ing. (Arbeitswissenschaft) Oliver Lilie ist seit 1993 als Berater und Trainer für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen verschiedener Branchen tätig. Zu seinen Trainings- und Beratungsschwerpunkten gehören Unternehmensstrategieentwicklung und Themen der strategischen Personalarbeit. Seit 2007 ist er Leiter eines Arbeitskreises, in dem sich Personal- und Ausbildungsverantwortliche mit aktuellen Fragen der Personalarbeit auseinandersetzen. Als Hauptredakteur eines  Fachportals veröffentlicht er seit 2007 aktuelle Beiträge und praxisnahe Werkzeuge zu Ausbildungsthemen und Fragestellungen des Personalcontrolling.
Maike Jacobsen
Maike Jacobsen


Dipl.-Volkswirtin, Personalentwicklerin (MA), Unternehmensberaterin und Trainerin. Arbeitet seit 1997 im Bereich der Qualitätssicherung von Ausbildung und hat sich in verschiedenen Projekten mit der Ausbildung von Ausbildern befasst. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Themen der strategischen Personalarbeit. Als Redakteurin eines Fachportals hat sie eine Reihe von praxisnahen Werkzeugen zu Fragen des Personalcontrollings entwickelt. Gegenwärtig beschäftigt sie sich u.a. mit der Erschließung besonderer Zielgruppen im Ausbildungsmarkt durch lebensweltorientierte Kompetenzfeststellungsverfahren und Kompetenzentwicklung.